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Bestens gerüstet für den Winter

Der erste Wintereinbruch des zu Ende gehenden Jahres hat so manchen Autofahrer am vergangenen Wochenende daran erinnert, dass der Termin für den Reifenwechsel noch aussteht. Ganz anders sieht es beim städtischen Betriebshof aus: Dort ist für die kalte Jahreszeit schon alles bestens vorbereitet. Nur wenige Tage zuvor hatten Leiterin Stephanie Detke und ihr Stellvertreter Christian Kunert die Mitarbeiter zur Winterdienst-Unterweisung zusammengerufen. Zudem wurden alle Einsatzfahrzeuge einem Funktionstest unterzogen und die Streufahrzeuge zur Feinjustierung auf ein Testfeld geschickt.

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Salz, Split und Sole

Der Winterdienst gehört zu den hoheitlichen Aufgaben der Stadt und muss vom 1. Oktober bis 30. April durchgeführt werden. Nach dem ungewöhnlich langen und strengen Winter 2005/2006 haben viele Kommunen in der Vorratshaltung nachgerüstet; auch in Königsbrunn wurde 2013 eine neue Lagerhalle gebaut, um den Salz- und Splittbedarf immer über zwei Jahre zu sichern. Je nach Dauer und Länge des Winters werden zwischen 200 und 250 t Salz benötigt. Derzeit liegen rund 500 t Steinsalz im städtischen Betriebshof bereit – und zwar schon seit Juli, denn so konnten Frühbezugs-Konditionen genutzt werden. In der Halle daneben lagern rund 250 t Splitt. Diese beiden Komponenten werden dann im Streuer gemischt und mit Salzwasser, das auf dem Betriebshof in einem 25.000 l-Tank aufbewahrt und auf dem Streufahrzeug in einem separaten Tank mitgeführt wird, auf die Straße aufgebracht. Vorteil dieser Kombination ist, dass das Salz durch die Feuchtigkeit besser auf der Straße haftet und die chemische Reaktion beschleunigt wird. Zudem kann durch die Mischung mit der Sole der Salzanteil deutlich reduziert werden, was der Umwelt zugutekommt.

 

Ab 3.30 Uhr im Dienst

Dieses Jahr sind 28 Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs für den Winterdienst in zwei Schichten eingeteilt, stehen damit wochentags ab 3.30 Uhr, sonn- und feiertags ab 5.00 Uhr parat, damit der Verkehr auch bei Schneefall und Glätte rollen kann. Der "Weckdienst" ist nachts als erster im Büro in der St.-Johannes-Straße, informiert sich im Internet und wertet Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes aus. Bei nicht eindeutigen Wetterverhältnissen fährt er selbst eine Runde durch die Stadt und kontrolliert neuralgische Stellen. Wenn er entscheidet, dass der Winterdienst vonnöten ist, greift er gegen 3.30 Uhr zum Telefon und weckt die Kollegen, die Schichtdienst haben – kurz nach 4.00 Uhr sind alle einsatzbereit und rücken aus. Ziel ist, dass bis zur Hauptverkehrszeit gegen 7.00 Uhr alle wichtigen Verkehrswege geräumt und gestreut sind. 

 

Ein neues Fahrzeug ...

Da in der Vergangenheit neue Baugebiete hinzugekommen sind und die Touren deshalb immer länger wurden, hat der städtische Betriebshof nun einen neuen Fendt-Schlepper angeschafft, der in Kommunalausstattung geliefert wurde: im städtischen Orange, mit Warn-Blinklicht und mit Anbauteilen. Wichtig ist, dass auch er – wie alle anderen Fahrzeuge des Betriebshofs – als Mehrzweckgerät genutzt werden kann. So wird im Winter Schneepflug und Streuer samt Soletank eingebaut, im Sommer kann er als Frontlader mit Arbeitskorb auf kleineren Höhen oder mit Schaufeln eingesetzt werden. Mit dieser Neuanschaffung stehen den Mitarbeitern des Betriebshofs nun insgesamt acht Fahrzeuge für den Winterdienst zur Verfügung: ein Lastwagen, der neue Schlepper und zwei Unimogs für große und breite Straßen sowie zwei Schmalspurfahrzeuge und zwei Schmalspurschlepper für schmale Wege und Radwege.

 

... und neue Technik

Ganz neu im Winter-Fuhrpark ist zudem die Telematik-Technik, mit der nun alle Fahrzeuge ausgestattet sind: Ein Bordcomputer zeichnet über GPS-Daten exakt auf, wann sich das Fahrzeug wo befindet, wie schnell es fährt und welche Funktionen aktiviert sind. Dieses Verfahren löst die Räum- und Streubücher ab, die bisher von Hand geführt werden mussten. Das neue System dient sogar als  „gerichtsfester Nachweis“, wenn zum Beispiel im Nachhinein geklärt werden muss, ob zum Zeitpunkt eines Unfalls an dieser Stelle schon gestreut und geräumt war.   

 

Foto 1 - Seit Juli ist das Salzlager des städtischen Betriebshofs gut gefüllt – der Winter kann kommen! 

Foto 2 - Ein neuer Schlepper ergänzt den Winter-Fuhrpark der Stadt. Auch er ist mit Telematik-Technik ausgestattet, die während der Fahrt alle Funktionen "gerichtsfest" dokumentiert.

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